Vereitlung eines Anschlags!

Manöverbericht Prison Camp 2009

Dem GBI-Hauptquartier kamen Gerüchte zu Ohren, nach denen ein Anschlag auf selbiges verübt werden solle. Dies musste natürlich verhindert werden. Nach wochenlangen Recherchen und Ermittlungen konnte leider kein Täter ermittelt werden. Es gelang jedoch 9 hochverdächtige Personen auszumachen. Um sie der Anschlagsplanung zu überführen wurden sie unter einem Vorwand für das Wochenende vom 04. bis 06. September auf einen alten Bauernhof nach Sonsbeck bestellt.

Was sie erwartete war jedoch kein kleiner süßer Bauernhof mit vielen Tierchen, sondern ein zu einem Gefängnis umgebauter Bauernhof. So wurde eine Gemeinschaftszelle, eine Einzelzelle, ein Gerichtssaal (mit integriertem Verhörzimmer) und natürlich auch ein Speisesaal eingerichtet.

Um die Tarnung perfekt zu gestalten blieben die Wärter wie die Tatverdächtigen in zivil, bis alle Verdächtigen auf dem Bauernhof ankamen. Nun zogen die Wärter sich um und nahmen die Verdächtigen in Gewahrsam und brachten sie in den Gerichtssaal. Erstmal wollte natürlich keiner gestehen, auch wenn man sehr eindeutige Beweise (wie zum Beispiel Kartenmaterial, Bildmaterial, Flugkarten, Fremdwährungen und Hotelrechnungen und und und) gefunden wurden. Da sich keiner gestellt hat wurden alle unter Arrest gestellt und eine Untersuchungshaft angeordnet.

Wir führten die Gefangen in die Gemeinschaftszelle und sortierten das mitgebrachte Gepäck aus. So wurden zum Beispiel Handys, Fotoapparate und sonstige Dinge, die ein Gefangener eh nicht gebrauchen kann eingezogen und sicher verwahrt. Nur private Kleidung erlaubten wir den Gefangenen. Nach der Einquartierung erfolgte die einfachste Leibesvisitation, die es gibt — wir schickten die Gefangenen unter die Dusche und hatten so natürlich einen guten Einblick, ob sie noch gefährliche Gegenstände am Körper trugen oder nicht.

Da wir den Täter dingfest machen wollten mussten wir die Gefangenen ein weiteres mal verhören. Im ersten Verhör schwiegen alle — um das Schweigen zu durchbrechen wollten wir ein klein wenig Druck ausüben und ihnen zeigen, dass wir es ernst meinen mit unserer Forderung nach einem Geständnis. Während dieses Verhörs konnte die Täterschaft eines Verdächtigen ausgeschlossen werden, so konnten wir ihn ruhigen Gewissens wieder in die Freiheit entlassen. Bei den anderen mussten wir dann mit etwas mehr Nachdruck fragen. Nachdem einige Gefangene anfingen zu rebellieren mussten wir diese leider zu ihrem und unserem Schutz fixieren.

Unerwarteterweise hielten die Gefangenen dem Druck jedoch Stand und gestanden auch weiterhin nicht. Also blieb uns leider absolut nichts anderes übrig als den Druck zu erhöhen — so entschlossen wir uns die Gefangenen auch über Nacht mit einer Fußkette aneinander zu binden um eine Flucht unmöglich zu machen.

Am Samstag übten wir psychologischen Druck aus, in dem wir die Gefangenen zur Strafarbeit heranzogen — sie mussten Fußfesseln herstellen. Dies dauerte dann doch länger als erwartet, weil langsamer gearbeitet wurde als wir uns das dachten. Jedoch ist es uns gelungen die Tatverdächtigen so zu motivieren, dass am Nachmittag für jeden von ihnen eine Fußfessel fertiggestellt werden konnte. Bereits am frühen Morgen mussten wir einen der Gefangenen mit Hand- und Fußfesseln sichern, da es zu Übergriffen gegenüber den Wärtern kam. Aufgrund dieses Übergriffes hielten wir diesen Gefangenen verständlicherweise für den Hauptverdächtigen. Also unterzogen wir ihn eines Spezialverhöres und führten ihn in die Einzelzelle — dort konnte er sich in Ruhe Gedanken machen zu gestehen. Obwohl wir ihn mit einer erdrückenden Beweislast schon an den Eiern hatten leugnete er weiterhin. Da wir uns als Militärgefängnis selbstverständlich an die Genfer Konvention gehalten haben, haben wir unser Bedürfnis ein Geständnis aus ihm herauszuprügeln widerstanden und führten wir ihn nach knapp zweistündigem Spezialverhör wieder zu den anderen Gefangenen.

Wir wollten sie jetzt knacken — denn wir waren in der Pflicht den Schuldigen zu finden. Um unsere Tatverdächtigen auch körperlich zu schwächen entschieden wir uns für eine Runde Abendsport (teilweise mit Motivationshilfe). Beim Sport trennten wir die Gefangen von einander, indem wir einige mit der Reinigung der Zellen beauftragten und mit anderen zum Sport gingen. In dieser Zeit hatten wir genug Gelegenheit die persönlichen Sachen und die Zelle nochmal in Ruhe zu filzen, ob wir nicht noch weitere Beweise finden würden. Leider blieb uns dies jedoch verwehrt.

Im Laufe des Tages konnten uns zwei weitere Verdächtige ihre Unschuld beweisen und sie durften das Gefängnis verlassen. Nach knapp 24 Stunden hatten wir also 3 Personen aus dem Kreis der Verdächtigen ausschließen können, aber es blieben immer noch 6 höchst suspekte Personen übrig, denen wir noch sehr ausführlich auf den Zahl fühlen mussten.

So kam es denn auch am Samstag abend noch einmal zu einem fesselnden Verhör an dessen Ende wir zwar leider nicht wirklich schlauer waren, aber es doch aus einigen Gefangenen nur so heraussprudelte… Jedoch war das für uns leider sehr unbrauchbar…

So versuchten es einige Wärter nun mit dem Stockholm Syndrom und versuchten Vertrauen und Freundschaft zu den Gefangenen aufzubauen. Dies gelang zwar sehr gut, doch trotzdem kam es nur zu widersprüchlichen Aussagen, wodurch es uns nicht gelang einen Täter zu finden.

So setzten wir unsere Hoffnungen auf den Sonntag. Wir versuchten es weiterhin mit der freundlichen Masche, doch hielten wir die an manchen Stellen nicht so ganz durch. Nach dem Frühsport trat das Gericht nochmals zusammen und entschied dann, dass wir die Unterschuchungshaft leider für alle Verdächtigen nicht verlängern könnten, da wir leider nicht zu neuen Beweisen gekommen sind und die Verdächtigen selbst auch kein Geständnis ablegten. So mussten wir alle Tatverdächtigen am Sonntag nachmittag entlassen ohne dass wir die Anschlagspläne aufklären konnten.

Doch der Täter weiß jetzt, wie dicht wir ihm auf den Fersen sind und wird sich wohl nicht trauen den Anschlag wirklich zu verüben. Darüber herrscht im GBI-Hauptquartier Einigkeit. Deshalb war dieses Wochenende für uns doch sehr erfolgreich.

Wärter (GBI) Maler


Fotos von Manöver