Manöverberichte Prison Camp 2010


Bericht von Uffz Maler · Bericht von Gefangenen Nr. 4


Ein Protokoll des Schreckens!

Bereits seit knapp einem Jahr steht fest, dass die GBI niemanden mehr trauen kann — deshalb mußte die GBI im letzten Jahr bereits einige Leute verhaften und ausführlich verhören. Das hatte jedoch leider zu keinem Geständnis geführt. Man dachte jedoch, dass die Anschlagsplaner Angst bekommen hatten und es sich nicht trauen würden einen Anschlag zu verüben.

Doch weit gefehlt. Es passierte tatsächlich.

Jedoch war die GBI aus den Erfahrungen und Berichten des letzten Jahres sehr schnell in der Lage die Verantwortlichen zu erwischen. Und so wurden die 7 Schurken schnell gefangen genommen. Da man um die Gefährlichkeit der Personen wußte, wurde für jedem Gefangen ein Wärter abgestellt. Die Gefangenen wurden alle am Freitagabend ins Militärgefängnis mit dem schmeichelndem Namen „Men Only“ überführt, wo sie wieder resozialisiert werden sollten.

Um sicher zu gehen, dass die Schwerverbrecher keine Ausbruchsmöglichkeiten haben, wurden sie zuerst alle aneinander gekettet. Diese Kette sollten sie auch für den Rest des Wochenendes tragen dürfen (natürlich ausschließlich aus Sicherheitsgründen).

Nun ist man es ja schon beinahe gewöhnt, dass solche kriminellen Leute versuchen gefährliche Gegenstände mit ins Gefängnis zu schmuggeln. Um dies zu verhindern wurde ihnen ihr gesamtes Hab und Gut abgenommen und sicher verwahrt. Selbst ihre Kleidung wurde ihnen abgenommen. Da man das Elend niemandem im nacktem Zustand antun konnte, wurde den Gefangenen nach einer gründlichen Dusche und Leibesvisitation Einheitskleidung in Form von schweinchenrosa (ääähm, Entschuldigung ich meine natürlich orangefarbenen) Overalls gegeben.

Am Freitag wurden dann auch alle 7 Gefangenen dem Haftarzt vorgeführt um die Hafttauglichkeit zu gewährleisten. So wurden wichtige Körperdaten, wie zum Beispiel Körpergröße, Blutdruck, Herzgeräusche, Bauch-, Schenkel-, Schwanz- & Oberarmumfang, erhoben.

Zur allgemeinen Freude wurden alle Gefangen für hafttauglich erklärt. Um die Macht der Wärter zu demonstrieren fing man direkt an die Gefangen zu disziplinieren. So wurde einem der Arsch versohlt, ein anderer wurde in den Käfig gesperrt, ein anderer wurde bewegungsunfähig gemacht und so weiter. Dies diente natürlich ausschließlich dem Zweck der Machtdemonstration der Wärter um den Gefangen zu zeigen, dass ein Fluchtversuch oder eine Revolte zwecklos sind.

Für die Nacht wurden bis auf drei Gefangene alle sicher in der Zelle verwahrt. Einer wurde aus gesundheitlichen Gründen direkt in den Sanitärtrakt verbracht und bei Zweien bestand akute Fluchtgefahr, so dass man sich entschied diese beiden in einen Käfig außerhalb des Hör- und Sehbereiches der anderen Gefangenen zu sichern.

Um die Stimmung der Wärter aufzuheitern wurde den Gefangenen am Samstag handwerkliche Arbeit aufgetragen. Sie mussten zuerst Kartoffeln schälen — leichte Aufgabe, wenn man denn scharfe Messer gehabt hätte oder nicht Liegestütze hätte machen müssen, wenn man vergessen hat das Messer zu tauschen (denn es gab für die 7 nur 5 Messer — wobei einer aus ungeklärten Gründen morgens in eine Zwangsjacke gefallen war und seltsamerweise den anderen Gefangenen nicht helfen wollte oder konnte…).

Kaum dass sie Kartoffeln geschält waren gab es die nächste atemberaubende Aufgabe — die sollten Hodenpranger selbst herstellen. Da die Gefangenen sich doof stellten und meinten nicht zu wissen, was das ist wurde es kurzerhand an einen von ihnen vorgeführt. Und man siehe da, sie haben tatsächlich zwei davon komplett fertig bekommen.

Um keine Langeweile aufkommen zu lassen durften die Gefangenen als nächstes veraltete Telefonnummern auf den GBI-Flyern ersetzen. Das hat ihnen einen Heidenspaß gemacht. So sehr, dass einer von ihnen es wagte etwas gegen diese sinnvollen Beschäftigungen zu sagen. Das konnten die Wärter natürlich nicht auf sich sitzen lassen und so wurde dieser Gefangene zu einer Privatdisziplinierung mit viel Sport (Liegestützen) und viel Schmerz abgeführt wurde. Aus unerfindlichen Gründen erlaubte es sich dieser Gefangene danach auch nicht mehr auch nur ein Widerwort zu geben, was die Wärter sehr bedauerten.

Da nun langsam jedoch die anderen Gefangenen meinten aufmüpfig zu werden mussten Maßnahmen ergriffen werden um eine Revolte zu verhindern. Diese zum Glück erfolgreichen Maßnahmen wurden unverzüglich ergriffen und man fesselte die Gefangenen an eine Sprossenwand, steckte sie in Käfige oder fesselte sie an Andreaskreuzen fest. Da einige Gefangene leider immer noch nicht verstanden hatten, dass die Wärter keinen Spaß machten, mussten die Wärter ein bisschen Nachdruck verleihen und den Gefangenen mit diversen Schlag- und Spielgeräten Disziplin beibingen.

Zum Glück für die Gefangenen gelang dies auch recht zügig und so konnten sie dann nach dem Abendessen am Samstag ohne Sicherheitsvorkehrungen in den offenen Vollzug und durften alleine an der Bar etwas trinken gehen und beweisen, dass die Resozialisierungsmaßnahmen erfolgreich waren.

Leider hatten die Wärter an jenem Abend schon im Freudentaumel, dass sie erfolgreich waren, ein unerwartetes Problem… Einer der Wärter fragt tatsächlich ob diese harten Disziplinierungen denn hätten sein müssen. Es waren alle entsetzt ob dieser ketzerischen Frage! Was konnte man tun? Um diesen Wärter zu schützen entfernte man ihn erst einmal von der gesamten Gruppe und verhörte ihn, wie er denn zu dieser Meinung komme und ob er die Frage ernst meine. Es kam dabei raus, dass er dies tatsächlich ernst meine. Was also ist die logische Konsequenz? Genau, man zeigt ihm die Wirkung von schmerzhafter Disziplinierung. Dies tat einer der Wärter dann auch in einem privaten Bereich. Der ketzerische Wärter wurde unter anderem am Andreaskreuz fixiert und erhielt dann unzählige Schläge auf Schwanz, Sack, Arsch und Rücken sowie diverse andere wirkungsvolle Disziplinierungsmaßnahmen. Am Ende dieser Spezialbehandlung wusste er aber auf jeden Fall wieder, wieso man auf liebevoll schmerzhafte Art mehr erreicht als nur mit lieben Worten. Und so konnte er zu fortgeschrittener Stunde auch wieder zu den anderen Wärtern zurück kehren. Ein Glück für ihn, dass die Gefangenen diese Frage nicht gehört haben und es keine Revolte gab.

So schloss am Sonntag morgen das GBI Prison Camp 2010 seine Pforten und alle 14 Teilnehmer waren sehr glücklich und froh an dem Wochenende in Dortmund gewesen zu sein.

Protokollant
Uffz (GBI) Maler


Bericht von Uffz Maler · Bericht von Gefangenen Nr. 4


Bericht von Gefangenen Nr. 4

Mit einem Einberufungsbefehl zum Prison-Camp in der Tasche fuhr ich am Freitagnachmittag nach Dortmund. Ich hatte zuvor schon an verschiedenen schwulen Army-Camps, darunter auch einigen Bootcamps in der Nähe von Berlin, teilgenommen; doch dieses sollte mein erstes Camp der Green Berets und damit auch mein erstes Prison-Camp sein. So hatte ich auf dem Weg schon ein etwas mulmiges Gefühl im Bauch: Was werden sie wohl mit uns Gefangenen machen? Wahrscheinlich wird manches unangenehm sein. Noch könnte ich unter irgendeinem Vorwand absagen. Aber wir Masos wollen ja, dass man mit uns etwas macht, was uns eigentlich nicht gefällt. Und wenn auch nur ein kleiner Teil der Fesselungs- und Bestrafungsmassnahmen, die ich auf dem umfangreichen Fragebogen als "darauf bin ich total geil" angekreuzt hatte, realisiert würde, dann könnte dies ein tolles Wochenende werden.

So kam ich mit erwartungsvoller Spannung zehn Minuten vor der Zeit zum angegebenen Ort, dem Rückgebäude-Obergeschoss eines Lederlokals und einer schwulen Sauna in einem Gewerbegebiet am nördlichen Stadtrand. Ich und ein Kamerad aus Berlin, der gleichzeitig mit mir ankam, wurden hereingelassen und, nachdem wir unser Gepäck in einem Spind verstaut hatten, in einen Raum geführt, in dem schon ein anderer Kamerad sass. Seine Hände und sein Hals waren in einen hölzernen Pranger eingeschlossen. Wir wurden aufgefordert, uns neben ihn zu setzen; dann erhielten wir Hand- und Fussschellen angelegt und eine Kette mit einem Vorhängeschloss um den Hals. An der Kette befand sich ein kleines Plastikschild mit unserer Häftlingsnummer – ich war Nr. 4. Schliesslich wurden die Halsketten von uns dreien durch eine längere Kette miteinander verbunden. So harrten wir der Dinge, die bald geschehen würden. Kurze Zeit später wurden noch zwei Gefangene hereingeführt, die ebenso an uns angekettet wurden. So zusammengefesselt, wurden wir in eine durch ein Eisengitter von einem grösseren Raum abgetrennte Zelle geührt, wo schliesslich noch zwei weitere Kameraden hinzukamen. Wir waren also insgesamt sieben Häftlinge, denen ungefähr ebensoviele Aufseher, die alle militärische Uniformen trugen, gegenüberstanden.

Einer der leitenden Aufseher begrüsste uns. Es wurde uns unter anderem erklärt, dass man saubere Gefangene haben wolle. Also begaben wir uns in den Waschraum; die Ketten und anderen Fesseln wurden uns abgenommen (mit Ausnahme der Halskette – die blieb während des ganzen Camps dran); wir zogen uns nackt aus, verstauten unsere Kleidung im Spind und stellten uns unter die Brause. Nach dem Duschen erhielten wir unsere Häftlingskleidung: einen leichten weissen Overall, ähnlich wie man ihn gelegentlich bei Malerarbeiten trägt, nur leicht rötlich gefärbt, dazu Socken und Stiefel, die jeder selbst mitgebracht hatte. Auf die Vorder- und Rückseite des Overalls wurde mit einem dicken Filzstift die Häftlingsnummer aufgemalt. So ausstaffiert marschierten wir, wieder aneinandergekettet, zurück in die Zelle, wo wir eingeschlossen wurden.

Als nächstes stand ein Hofgang auf dem Programm. Um einen Fluchtversuch noch unmöglicher zu machen, wurden wir auch noch an den Füssen aneinandergekettet. Mit der Kette zwischen unseren linken Füssen war es nicht ganz leicht, die Treppe hinunter in den Hof zu gehen. Dort gingen wir ein paar Runden teils aufrecht, teils in Hockstellung, was mit den Ketten noch etwas anstrengender als ohne war.

Das Abendessen gab es in dem – an dem Abend für uns reservierten – Lokal vorne im Erdgeschoss. Jeder erhielt eine Plastikschüssel mit Suppe, die wir, natürlich wieder aneinandergekettet, auf dem Boden hockend auslöffelten. Nach dem Essen wurden wir wieder in der Zelle eingeschlossen, und nun folgte die Musterung. Einer nach dem anderen wurde aufgerufen, von der Verbindungskette gelöst und in den Nachbarraum geführt. Eine so gründliche Untersuchung hatte ich noch nicht oft erlebt. Gemessen bzw. begutachtet wurden unter anderem die Körpergrösse, das Körpergewicht, der Blutdruck, der Brustumfang, der Oberschenkelumfang, die Schwanzlänge und -breite (im Anfangszustand und nach einigem Wixen), die Spannung der Oberarm- und der Arschmuskeln, der Zustand der Zähne und die Beschaffenheit des Urins – ob der Aufseher wirklich etwas aus dem Becher in den Mund nahm, um festzustellen, ob ein süsser Geschmack des Urins auf einen erhöhten Zuckergehalt hindeutete, oder ob er nur so tat, sei dahingestellt; das verkündete Ergebnis war jedenfalls bei allen negativ.

Nach seiner Musterung wurde jeder Gefangene zu einem der Ausstattungsgegenstände des Raumes geführt. Da waren unter anderem ein Andreaskreuz, ein Käfig, ein Prügelbock, ein drehbares senkrechtes Gitter, ein Liegebett mit Möglichkeiten zur Fixierung ... An einigen dieser Vorrichtungen sah ich die, die vor mir gemustert worden waren, schon gefesselt stehen. Ich musste mich auf den Prügelbock legen, und meine Hände wurden vorne am Fuss des Bockes angekettet, so dass mein Kopf nach unten hing. Da schwante mir schon, was mir nachher bevorstehen würde. Aber zunächst wurden noch die restlichen Kameraden gemustert, was ich wegen der Position meines Kopfes nicht sehen, sondern nur hören konnte.

Nach Abschluss der Musterungen verteilten die Aufseher sich auf die einzelnen Gefangenen und befassten sich mit ihnen. Auch auf mich trat einer zu; ich konnte nur seine Beine sehen (und erst später anhand seiner Uniformhose identifizieren), und dann spürte ich seine Schläge auf meinem Arsch. Etwas ungewohnt war es für mich, auf den bekleideten Arsch geschlagen zu werden. Zwar war der Overall so dünn, dass die Schmerzintensität dadurch vermutlich kaum gemindert wurde; aber die Schläge fühlten sich doch etwas anders an als auf dem nackten Arsch, so dass ich nicht klar erkennen konnte, womit sie ausgeführt wurden. Schon die ersten Schläge waren recht heftig und taten ganz schön weh. Ich mag aber nicht schon beim ersten Schlag aufschreien, und so hielt ich eine Weile still. Aber die Schläge wurden heftiger, so dass ich ein Zusammenzucken und einen leichten Schmerzenslaut dann doch nicht länger unterdrücken konnte. Und es folgten noch unzählige weitere Schläge, hin und wieder unterbrochen durch eine kürzere oder längere Pause. Zeitweilig stand noch ein anderer Aufseher vor mir und klemmte meinen Kopf zwischen seine Beine. Das war besonders geil – gleichzeitig am Arsch die Schläge und am Kopf den Druck der uniformbekleideten Oberschenkel zu spüren. Ein weiterer Aufseher klemmte mir auch in dieser Weise den Kopf ein und schlug dabei selbst auf meinen Arsch. Danach bot er mir die Gelegenheit, ihm meinen Dank für die exzellenten Schläge durch Lecken seiner Stiefel abzustatten.

Schliesslich löste er (ich vermute jedenfalls, dass es derselbe war) mich von dem Bock, liess mich aufstehen und führte mich durch mehrere andere Räume und eine Treppe hinauf in ein kleines Zimmer. Dort stand ein Schreibtisch mit Stuhl und gegenüber an der Wand ein Andreaskreuz – also anscheinend ein Verhörzimmer. Der Aufseher fesselte mich an das Kreuz, mit dem Rücken zur Wand, und zog mir eine Gasmaske mit zugeklebten Augengläsern über den Kopf. Dann öffnete er vorne den Reissverschluss meines Overalls und fummelte etwas an meinem Schwanz. Danach geschah eine Weile nichts. Mit meiner rechten Hand, die etwa kopfhoch angebunden war, ertastete ich den kurzbehaarten Schädel eines Kameraden, der anscheinend jetzt neben mir stand – keine Ahnung, wer es war. Vermutlich befasste der Aufseher sich jetzt mit ihm; aber ich hörte nichts. Schliesslich spürte ich ein leichtes Kribbeln im Schwanz, das sich allmählich verstärkte – er hatte also vorhin einen Elektrokontakt daran befestigt und fing jetzt mit der Folterung an. Ich hörte seine Stimme, verstand ihn aber, wegen der Maske auf meinem Kopf, anfangs nicht. Auch war mir nicht klar, ob er mich meinte; denn der Kamerad neben mir war ja auch noch da – oder vielleicht auch nicht mehr? So schwieg ich zunächst. Die Stromschläge am Schwanz wurden heftiger und auch schon etwas schmerzhaft. Dann seine Frage, wer ich bin und woher ich komme. Beim Folterverhör muss man nicht die Wahrheit sagen; das könnte einen allzu schnellen Abbruch der geilen Aktion zur Folge haben. Aber was sollte ich antworten? Ich war überhaupt nicht darauf vorbereitet und stammelte irgendwelches konfuses Zeug. Erst viel später fielen mir nette Antworten ein, die ich hätte geben können. Immerhin reichte es aber, um die Intensität der Elektroschläge noch etwas zu steigern, was ich sehr genoss. Schliesslich wurde das Verhör ergebnislos abgebrochen; ich wurde losgebunden und, mit immer noch verhülltem Kopf, wieder hinunter in den grossen Raum geführt. Dort wurde ich mit den Händen an ein Eisengitter angebunden, mit dem Gesicht zum Gitter, und eine Weile so stehen gelassen. Plötzlich spürte ich ein zärtliches Streicheln an meinem Rücken – war das ein Aufseher oder ein anderer Gefangener, der sich frei bewegen konnte? Gerne hätte ich das Streicheln erwidert; aber das war mir leider nicht möglich. Dass es ein Mithäftling war, merkte ich, als ein Aufseher meine Hände von dem Gitter löste und durch Handschellen verband und ihm befahl, mich vorsichtig nach unten in den Barraum zu führen – ich trug ja noch immer die Maske auf dem Kopf, so dass ich nichts sehen konnte.

Unten waren schon einige Kameraden; es herrschte eine gelockerte Atmosphäre. Nach einigem Zögern nahm ich mir die Freiheit und zog mir die Gummimaske vom Kopf – da standen sie alle, die Aufseher in ihren Uniformen und die anderen Häftlinge in ihren Knastanzügen, mit Gläsern in den Händen, und unterhielten sich. Ich war sehr durstig und liess mir auch etwas zu trinken geben. Wir konnten uns frei bewegen und auch den Cruising-Bereich im hinteren Teil des Lokals erkunden. Aber die relative Freiheit währte nicht lange. Da es sicher schon sehr spät war, wurde Aufbruch befohlen, und wir marschierten wieder hinauf in unseren Knastbereich.

Kamerad Nr. 8 und ich erhielten als Nachtlager den Käfig zugewiesen. Der war etwa 180 cm lang, 50 cm breit und 80 cm hoch. Er war also lang genug, dass man ausgestreckt darin liegen konnte. Aber 50 cm breit, das ist schon für einen Insassen ziemlich eng, und da sollten wir jetzt zu zweit die ganze Nacht verbringen? Doch es war befohlen, also hinein! Die an der Oberseite befindliche Eingangstür wurde verschlossen, und da lagen wir nun zusammengepfercht, halb neben- und halb aufeinander. Ausserdem trug ich noch immer meine Handschellen, die mir vor dem Gang in die Bar angelegt worden waren. Zum Glück waren wir beide ziemlich schlank. Aber der erzwungene Körperkontakt war dennoch intensiv. Es war himmlisch geil: für einige Stunden in einem so engen Käfig eingeschlossen zu sein, und das zusammen mit einem lieben Kameraden, den ich von den Füssen bis zum Kopf berührte. Wir streichelten uns und kuschelten miteinander. Gut geschlafen haben wir natürlich nicht; denn bei jeder Bewegung des einen wurde der andere wieder wach – und konnte erneut die intensive Berührung mit dem Kameraden geniessen. Hin und wieder hörten wir Kettengeklirr, was darauf schliessen liess, dass die anderen Gefangenen irgendwo in Ketten lagen.

Am Samstag morgen wurden wir aus unserem Käfig herausgelassen, und alle wurden wir wieder aneinandergekettet. So gingen wir gemeinsam zur Toilette und danach ins Bad. Dort zogen wir uns aus, und im Duschbereich wurden wir, immer noch in Ketten, zur Morgenwäsche mit einem Wassserschlauch kalt nassgespritzt. Danach konnten wir aber auch noch warm duschen. Nach dem Abtrocknen erhielten wir neue Häftlingsanzüge, gleich denen vom Vortag, die zum Teil schon zerrissen waren. Kamerad Nr. 6 bekam ausserdem noch eine lederne Zwangsjacke angezogen. So gingen wir, immer noch aneinandergekettet, hinauf in den gastronomischen Bereich der Sauna, die sich in den oberen Etagen der Vorderhauses befand. Dort war ein reichhaltiges Frühstücksbuffet aufgebaut, an dem wir uns bedienen konnten. Auf der angrenzenden Dachterrasse – es war ein sonniger Sommermorgen – standen zwei runde Tische, einer für die Aufseher und einer für uns Gefangene. An unserem Tisch gab es allerdings nur drei oder vier Stühle, so dass einige von uns ihr Essen auf dem Boden sitzend oder kniend zu sich nehmen mussten. Kamerad Nr. 6 wurde von seinen Kettennachbarn gefüttert. Nach dem Frühstück hatten wir die Tische und das Buffet abzuräumen – immer alle zusammen im Gänsemarsch, und auch Nr. 6 musste ständig mit, obwohl er nichts tragen konnte.

Danach hatten wir einen grossen Topf mit Wasser und einige kleinere Eimer zu unserem Tisch zu tragen; es wurden einige Säcke mit Kartoffeln gebracht und Schälmesser verteilt. Unsere Aufgabe für die nächste Stunde war es nun, die Kartoffeln zu schälen, immer unter den kritischen Blicken unserer Aufseher. Wann immer es etwas zu beanstanden gab, sei es dass die abgeschnittenen Schalen zu dick waren oder Augen übersehen wurden, oder auch weil wir unerlaubterweise zuviel redeten, mussten wir die Arbeit unterbrechen und zur Strafe zusammen Liegestütze oder Kniebeugen machen, deren Anzahl von Mal zu Mal erhöht wurde.

Nach Beendigung dieser Arbeit auf der sonnigen Dachterrasse erwartete uns unten im Hof die nächste Aufgabe. Dafür waren wir schon im Einberufungsbefehl aufgefordert worden, eine Säge und eine Raspel mitzubringen. Dass die Green Berets viel Phantasie darin haben, ihre Gefangenen nützliche Dinge machen zu lassen, wusste ich schon. So mussten sie etwa auf einem früheren Prison-Camp eiserne Fussschellen schmieden. Dieses Mal sollte also anscheinend irgendeine Holzarbeit ausgeführt werden. Es wurde uns ein sonderbarer Gegenstand gezeigt: zwei zusammengeschraubte, etwa 30 cm lange Holzleisten, die zweifach gebogen waren und in der Mitte eine Aushöhlung hatten. Das war eine Hodenklemme, die, auf der Rückseite der Oberschenkel getragen, den in der Mitte eingeklemmten Sack nach hinten zieht. Diese Geräte sind in den Sexläden vermutlich sauteuer; darum war es jetzt unsere Aufgabe, nach dem vorgelegten Muster weitere solcher Hodenklemmen anzufertigen. Jeder erhielt ein quaderförmiges Stück Fichtenholz (Buchenholz wäre besser geeignet, aber schwerer zu verarbeiten gewesen), und dann machten wir uns mit Säge, Raspel und Schleifpapier an die Arbeit. Obwohl das zur Verfügung stehende Werkzeug nicht optimal war und unsere Ketten etwas hinderlich waren, ging es doch erstaunlich gut, und nach etwa zwei bis drei Stunden (mit einer längeren Pause zwischendurch) hatte jeder von uns einen mehrfach gebogenen Holzbügel von einheitlicher Form und Grösse fertig.

Mittlerweile war es später Nachmittag geworden; wir hatten seit dem Frühstück nichts gegessen. So wurde nun zu meinem Erstaunen Kaffe und eine grosse Sahnetorte in den Hof gebracht. Und zu meinem noch grösseren Erstaunen erhielten nicht nur die Aufseher, sondern auch wir Gefangenen jeder ein Stück Torte. Passender wäre es eigentlich gewesen, wenn wir Knastis ein Stück trockenes Knäckebrot bekommen hätten ... Aber der Kuchen schmeckte ganz vorzüglich und wurde mit Vergnügen von uns angenommen. Ist also an dem Gerücht, dass bei den Green Berets der Verzehr von Kaffee und Kuchen wichtiger als militärische Aktionen sei, doch etwas Wahres? Anschliessend gab es noch eine weitere Aufgabe für uns Gefangene: Wir mussten einen Stapel von gedruckten Informationskarten der Green Berets, auf denen eine nicht mehr aktuelle Telephonnummer stand, durch Anbringen von Aufklebern mit der richtigen Nummer korrigieren.

Gegen Abend fand noch einmal eine Fessel- und Foltersession statt. Ich durfte wieder in dem mir schon vertrauten Käfig Platz nehmen, dieses Mal aber alleine, jedenfalls am Anfang, und konnte von da aus beobachten, wie andere an den verschiedenen Geräten gefesselt wurden, mit Folie umwickelt wurden, in die Brustwarzen gekniffen oder ausgepeitscht wurden. Kamerad Nr. 11 hatte sich einen ABC-Schutzanzug aus Gummi ("Zodiac") anzuziehen, und dann kam er auch zu mir in den Käfig. Leider war das Zusammensein mit ihm nur kurz; denn ich wurde herausbeordert, bekam die lederne Zwangsjacke angezogen und wurde an das Andreaskreuz gefesselt. Meine solchermassen wehrlose Lage reizte einen anderen Aufseher, mir mit einem Stock auf meinen Schwanz und Sack zu schlagen. Da intervenierte aber sofort der Chef des Camps und wies ihn darauf hin, dass ich in meinem Fragebogen angegeben hatte, dass ich Schläge in diesem Körperbereich eigentlich nicht mag. Er schlug aber nicht so fest, dass es mir unerträglich gewesen wäre.

Mittlerweile wurde es Zeit zum Abendessen. Es gab Fleisch, Gemüse und, natürlich, Kartoffeln – vermutlich von denen, die wir am Morgen geschält hatten. Für den späteren Abend war es ursprünglich geplant gewesen, dass wir Gefangenen in der schwulen Sauna öffentlich vorgeführt werden sollten. Das fiel aber aus. Stattdessen konnten wir uns frei in der schwulen Bar im Erdgeschoss aufhalten. Da sie an diesem Abend mit dem Dresscode "Army" für das allgemeine Publikum geöffnet war, vertauschten wir dazu unseren Häftlingsanzug gegen eine Uniform (soweit vorhanden) oder ähnliche Kleidung. Mit dieser Lockerung war unsere Gefangenschaft de facto beendet.

Zur Nacht konnten wir uns mit unseren Isomatten und Schlafsäcken niederlassen, wo wir wollten. Ich verbrachte diese Nacht zusammen mit Kamerad Nr. 11, mit dem mein Zusammensein am Nachmittag früher, als uns lieb war, beendet worden war. Am Sonntag morgen gab es wieder das Frühstück in der Sauna, dieses Mal aber in Zivilkleidung und nicht aneinandergekettet, und nach dem Frühstück wurden uns auch die Halsketten abgenommen, wodurch wir nun endgültig wieder freie Menschen waren. Es folgte noch eine Abschlussbesprechung, auf der wir unsere – überwiegend positive – Kritik äussern konnten, und damit war das Prison-Camp beendet.

Ich hatte ursprünglich einen etwas militärischeren Ablauf erwartet. Aber hier stand mehr die Gefangenschaft mit Zwangsarbeit, Fesseln und Folterung im Vordergrund, und das war auch in Ordnung. Besonders genossen habe ich die Torturen am Freitag abend, die Nacht zu zweit im Käfig und das stundenlange Aneinandergekettetsein mit den anderen Gefangenen. Insgesamt wurde gut darauf geachtet, dass keiner der Gefangenen zu kurz kam, und auch ihre Vorlieben und Tabus – die Fragebögen hingen im Umkleideraum für alle sichtbar aus – wurden, soweit ich es beurteilen konnte, sorgfältig beachtet.

Ein herzlicher Dank gebührt Jürgen und seinen Mitarbeitern für die Initiative und die ausgezeichnete Organisation, ihnen und den anderen Aufsehern für ihre oft harte, aber immer liebevolle Zuwendung und schliesslich auch den anderen Gefangenen dafür, dass sie alles so bereitwillig mitgemacht haben. So war dieses Prison-Camp ein schönes, geiles Erlebnis, das mir noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben wird.

Gefangener Nr. 4


Bericht von Uffz Maler · Bericht von Gefangenen Nr. 4