Reunion 2007

Bericht von HptGefr Garfield · Bericht von Rekr Lippeck


Eine Riesen-Schweinerei

Bisher haben es die GBI gut verstanden, sich zu tarnen in BW-flecktarn oder US-woodland. Aber was da vom 25. bis 28. Mai zwischen den Hügeln des Bergischen Landes passierte, war eine Riesen-Schweinerei. Gleich bei der Ankunft übernahm Manöverleiter Leutnant Franek das Kommando und bezeichnete die angereisten Teilnehmer als Schweine. Mit innerer Zerknirschung musste der dicke Hauskater der GBI Garfield die neue Bezeichnung Eber hinnehmen. Die anderen Teilnehmer wurden in eine wilde Rauferei gescheucht und mussten sich ihre Titel Eber oder Sau selbst erkämpfen. Hauptmann Wolf unterbrach das wilde Treiben und führte bei geordnetem Antreten einige Beförderungen durch. Der frisch beförderte Unteroffizier Derb wurde zum zweiten Manöverleiter ernannt, was den angetretenen Mannschaften die Freude auf militärischen Drill und geile Aktionen mit Respekt und bangen Erwartungen vermischte. Dass diese Befürchtungen nicht sofort Wirklichkeit wurden, verdankten alle Manöverteilnehmer den Kochkünsten des Unteroffiziers Rassler, der auch den wildesten Ausbilder mit besonderer Gaumen-Reizung zähmen konnte. Aber dann die Musterung des ersten Abends. Obwohl Garfield seine Musterungskarte vom Mai 1999 vorzeigen konnte und inzwischen an acht Reunion-Manövern teilgenommen hatte, musste er dem gnadenlosen Befehl gehorchen, die peinliche Befragung ertragen und alle Uniform-Stücke ausziehen. Mit festem Griff an Ei und Sack wurde überprüft, ob er die Fragen wahrheitsgemäss beantwortet hatte. Andere jüngere Rekruten wurden noch schlimmer behandelt. Der Befehl Dienstschluss beendete die Musterung am Freitag abend. Fast alle Kameraden gruppierten sich um das Lagerfeuer, bevor sie in dunkler Nacht gemeinsam ihre Zelte aufsuchten.

Samstag morgen, ein Derber Pfiff weckte die Rekruten. Die Manöverleitung scheuchte alle zum Frühsport in den Wald. Anschließend Körperpflege und Frühstück. Offiziere und Manöverleitung befahlen dem Unteroffizier Osrod und dem Hauptgefreiten Garfield mit den Rekruten Antreten, Formaldienst und Grüssen zu üben. Währenddessen dachten sie sich die Schikanen für den Orientierungslauf des Tages aus. Die Gruppe Sau mit dem Unteroffizier Osrod als Zugführer erhielt den Aufgabenplan mit Geländezeichen, Angaben der Entfernungsmeter sowie ein paar Fotos von Objekten im weiteren Umkreis und einigen Kompassdaten. Dazu wurde ein Aufgaben-Zettel in Geheimschrift gegeben. Dann wurden die Säue in den Wald gescheucht. Für die Gruppe Eber bekam Garfield die Unterlagen in die Hand gedrückt und wurde eine halbe Stunde später zum Abmarsch befohlen. An Geländemarke drei nach 1.300 Metern schnüffelten die Eber an den Säuen, die sich mit dem Geheimschriftzettel abmühten. Die Eber zogen 800 Meter weiter und entschlüsselten die Erläuterungen und die vier Aufgaben. Dabei konnten die Säue die Eber wieder einholen. Am Aufgabenpunkt zwei stellte sich heraus, dass die Bezeichnungen Aufgabe 1 und Aufgabe 2 doppelt vergeben war, einmal im Klartext des Aufgabenplans und einmal in der Geheimschrift. Zwei Eber wurden 400 Meter zurückgeschickt und lösten Aufgabe 1 Klartext. Ab ca. 13 Uhr waren die Geländemarken und Aufgaben abgearbeitet. Nun mussten die Objekte auf den Fotos erkannt und die jeweilige Marschrichtung festgelegt werden. Bereits nach dem dritten Foto und ca. 1.000 Meter standen die Eber vor einem Berg. Richtung war klar, Steigung war stark aber das fotografierte Objekt auch nach 800 Metern noch nicht sichtbar. Die Manöverleitung hatte eine zur Hälfte abgetragene Mauer fotografiert, die 14 Tage später völlig verschwunden war. Aber die Schnüffelnasen der Eber fanden das übernächste Objekt. Am Waldrand in 600 Metern duftete eine grosse Schüssel mit Schweizer Wurstsalat, die Unteroffizier Rassler und Hauptmann Wolf der kämpfenden Truppe auf die Hälfte des Weges entgegen gebracht hatten. Das nächste Objekt konnte gut erkannt werden, aber dahin marschieren schwierig. Die Ortschaft im Tal war nicht zu erkennen. Den Rand des Ortes bildete ein ca. 10 Meter hoher Steilhang, der sich auf eine Länge von 1.200 Metern erstreckte. Die Säue waren nicht mehr zu sehen. Die Gruppe Eber lief am Steilhang entlang. Am Ende des Ortes spielten einige Jungen Fussball. Fünf Männer in Tarnfleck-Uniform, das interessiert jeden Jungen. Die Fragen nach Wegen und Geländemerkmalen konnten die Jungen gut beantworten. Selbst der kurze Einblick in den Geheimschriftzettel machte mächtig Eindruck. Im übrigen hielten sich die GBI an den allgemeinem Befehl bei Manövern, wenig Kontakt mit der Bevölkerung und keine falschen Eindrücke erwecken. Wegen einiger Verletzungen im Fussbereich musste für Garfield der Sanitätsdienst angefunkt werden. Der tarnfarbene Jeep mit Unteroffizier Derb und Leutnant Franek war nach fünf Minuten am Einsatzort. Im Manöverlager angekommen konnte Garfield sich ab 16:30 Uhr um die Aufgabenauswertung und den Ablaufbericht der Gruppe Eber kümmern. Nach mehr als sechs Stunden im Gelände kehrten auch die übrigen GBI-Soldaten zurück. Kurze Pause für alle, Übungs-Auswertung und dann machten sich alle über das köstliche Abendessen her. Dies wurde schlagartig beendet durch ein Unwetter. Die Zelte wurden gesichert. Alle Soldaten versammelten sich im Küchenzelt, wo die Manöverleitung mit theoretischem Unterricht in militär-sexuellen Fragen bis ca. 23 Uhr die Truppe an die Grenzen der Leistungsfähigkeit führte.

Am Sonntagmorgen beschränkte das Wetter den Einsatz der Soldaten zunächst auf das Frühstück. Dann wurde Ausrüstung verladen und die gesamte Truppe mit vier Fahrzeugen ca. 25 km weit an ein Stauwehr der Agger gefahren. Jede Gruppe hatte 14 leere Plastik-Kanister, vier Holzpaletten und jede Menge Paketschnur. Aufgabe war, ein Floss bauen, 300 Meter Wasserfläche überqueren, am anderen Ufer die Ankunft bestätigen und dann zurück rudern. Die Säue hatten als erste ihr Floss fertig. Die Eber setzten danach ihr Fahrzeug ins Wasser, vier Kameraden oben drauf und mit selbst gebastelten Rudern ging es vorwärts. Auf halber Strecke setzte ein Platzregen ein. Das Floss der Säue brach kurz vor dem anderen Ufer in zwei Teile. Die Eber paddelten trotzig auf ihrem Floss weiter. Nach kurzer Pause am anderen Ufer mussten die Säue schwimmend mit den Teilen ihres Flosses zurückkehren. Die Eber kamen mit vier intakten Paddeln schneller voran. Regen und Hagel konnten die Riesenfreude bei Aktiven und Zuschauern über die erfolgreiche Aktion nicht trüben. Das Material wurde verstaut und nach vier Stunden Einsatz kehrten die nassen und verdreckten Schweine zum Lager zurück. Das verspätete Mittagessen krönte das Wohlbefinden. Nach zwei Stunden Ruhepause und Uniform-Pflege freuten wir uns über die Einladung unseres gastgebenden Landwirts zum Grillen auf seinem Hof. Gegen 22 Uhr marschierten die sauberen und gesättigten GBI-Soldaten zum Lagerplatz. Am Feuer wurde das alte und neue Liedgut ausprobiert. Getränke aller Art, die am Ende des Manövers nicht mehr zurücktransportiert werden sollten, mussten ordnungsgemäss vernichtet werden. Ab 1.30 Uhr nachts hörte man in allen Zelten ein zufriedenes Grunzen und andere Geräusche.

Pfingstmontag, 8 Uhr auf einer versteckten Wiese im Bergischen Land. Jedem Manöverteilnehmer war klar, dass diese Schweinerei abzuräumen sehr viel mehr Arbeit machen würde, als jemals bei einem vergangenen Manöver verlangt wurde. Nach gutem Frühstück begann der Reinigungsdienst, Zeltabbau und Transportbeladung. Kein eigenes Fahrzeug konnte zum Manövergelände fahren. Unser Landwirt musste dreimal mit grossem Traktor und Anhänger helfend eingreifen. Nach dem Verladen aller Ausrüstung in die eigenen Fahrzeuge befahl Leutnant Franek um 12 Uhr Antreten. Es wurde an jeden Teilnehmer eine Urkunde über seine militär-sexuelle Tauglichkeit verliehen. Die Verabschiedung der Kameraden war besonders herzlich, da die gemeinsam durchlebte Schweinerei alle einander näher gebracht hat.

HptGefr (GBI) Garfield


Bericht von HptGefr Garfield · Bericht von Rekr Lippeck


Geschafft, alle haben das Manöver erfolgreich absolviert. Auch, wenn die Tauglichkeit nicht bei jedem für alle Waffengattungen reicht.

Bereits am Anreisetag war klar, daß es sich bei den Einberufenen um einen ausgesprochenen Sauhaufen handelt: Schon um kleinste Papierfetzen gab's eine Riesenkeilerei!

Samstag war Tag des Heeres. Ausrücken in Schlumpftarn zum „Overather Nacktschneckenkuß“ (O-Ton Leutnant F.) gemeinhin bekannt als „Liegestütze“. Nach dem Frühsport wurde dann durch den Hauptmann vor versammelter Mannschaft festgestellt, daß der blitzbeförderte Ausbilder nicht ganz dicht ist und eine Schraube locker hat (M10×60). Ausbildung im Formaldienst erfolgte im Schnelldurchgang durch die Ufze „damit die Truppe etwas weniger Ähnlichkeit mit einem Haufen kopfloser Hühner hat“.

In zwei Gruppen aufgeteilt waren auf dem Geländemarsch verschiedene Aufgaben zu absolvieren. Lernziele waren u.a. Umgang mit Kompaß, Dechiffrieren von Windows-Fonts und Suche nach Eßbarem im Wald - meiner Meinung nach völlig zu Unrecht, die Küchenbulle(tte)n haben doch sehr gute Arbeit geleistet! Die Luftaufklärung hatte für trockenes Wanderwetter gesorgt, das „Essen auf Rädern“ war pünktlich, sogar die Wegmarkierungen grüßten zurück. Der Umweg von 3 km wäre aber wirklich nicht nötig gewesen. Wer noch keine an den Füßen hatte, durfte sich abends bei den Kameraden oder beim Feuermachen mit 'Blasen' vergnügen.

Als abends der Dihydrogenmonoxid-Gehalt der Luft bedenkliche Ausmaße annahm (ABC-Masken waren nur begrenzt hilfreich) und eindeutig Elektrizität in der Luft lag, entschied die Manöverleitung, militärsexuelle Kenntnisse im Küchenzelt pantomimisch zu vertiefen. Mein besonderes Lob gilt dem schweizerischen Kameraden, der selbstlos die ganze Nacht gesägt hat, um die Vorräte an Feuerholz zu vergrößern.

Sonntag, Tag der Marine: Nach den morgendlichen Ballspielen (IKEA läßt grüßen) stand religiös angehaucht „Bau der Arche“ auf dem Programm. Wieder perfekt organisiert: Der militärische Wetterdient hatte zuverlässig für stimmungsvolle Kulisse gesorgt. Ich kenne die Geschichte zwar so, daß dabei alle in einem Boot sitzen, aber beim Militär ist ja manches anders. Bei der Überfahrt wurde auf jeden Fall unter Beweis gestellt, daß Säue und Eber vom anderen Ufer auch dann erfolgreich sind, wenn sie dabei baden gehen.

Gestärkt mit einer warmen Mahlzeit wurde bei der Fotosession (unter sonnigem Himmel) demonstriert, was unter „Zeigefreudigkeit: Doppel-Minus“ zu verstehen ist: Postsozialistische Wimpelträger und kreative Verwendung von Obst auf der Viehtränke. Die Kreuzigung wird nachgeholt!

Einer modernen Armee geziemend war das Camp mit allem Luxus ausgestattet: Stromaggregat, Gaskocher, Rechenzentrum. Selbst der große Vorsitzende mußte auf seine elektrisch aufgepumpte Luftmatraze (kein Scherz!) nicht verzichten. Nur weil man über die Feiertage im Feld ist, muß man ja nicht leben wie ein Hund! Apropos Hund (nein, nicht Du, Doggie): Wer den Mittelfinger nicht schnell genug aus dem Grillgut entfernen kann, hat bei „Spitz paß auf“ verloren.

Die Luftwaffe kam leider zu kurz: In die Luft gegangen ist keiner, auch wenn der Hauptmann zeitweise ganz schön angepisst aus der Wäsche geschaut hat.

Wem dieser Bericht zu kryptisch ist, darf sich beim nächsten GBI-Lagerfeuer oder Rüsttag informieren. Da wird dann auch verraten, wie man Zwiebeln durch Totquatschen würfeln kann, warum „Faust, Panzer“ keine Punkte bringt und was die untere Landschaftsbehörde dazu zu sagen hat.

Danke an alle Teilnehmer und bis zum nächsten Mal!

Rekr (GBI) Lippeck


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