Jagd auf Mr. X

Scotland Yard in Monschau

Das Winterbiwak der Green Berets International fand in diesem Jahr in Monschau statt — ein Geländespiel der etwas anstrengenderen Art und ein anschließener Abend zur Regeneration der Kräfte war geplant.

Leider meldeten sich kurz vor dem Event einige Kampf- und Rödelsäue wieder ab, so dass wir schließlich nur mit 7 Mann unterwegs waren, was aber spieltechnisch die ideale Zahl war. Ein Mr. X war alleine unterwegs und musste von drei Detektivteams gestellt werden. Technische Unterstützung leisteten GPS und Handys, so dass Mr. X als auch die Detektive sich immer rasch ihre Standorte, die im GPS wie auf einem auf laminierten Papier ausgedruckten Stadtplan als zweistellige Zahl eingetragen waren, mitteilen konnten.

Das Wetter spielte am Samstag Nachmittag gut mit, so dass wir am Rande der Monschauer Altstadt parkten und nach einer kurzen Erklärung losspielten — den ersten Mr. X machte ich, mit dem enormen Vorteil, hier ortskundig zu sein… so kannte ich die ganzen kleinen Pfade und Treppchen. Das Spielen in Monschau hat etwas recht vertikales an sich — es gab zahllose Höhenmeter zu überwinden, um die Steilwände, die die Stadt umgeben, zu erklimmen.

Während meiner Spielrunde als Mr. X kam ich überraschend weit, was aber daran lag, dass ein Team das Spiel nicht begriffen hatte, und ein anderes von der Aussicht vom Friedhof so überwältigt war, dass hier wertvolle Zeit verloren ging. Wir kamen also, nachdem ich 11 der 35 Punkte abgegrast hatte, zu einem kurzen Briefing am Punkt 14 zusammen — eine Kreuzung, die später noch öfters besucht wurde, zudem am Ende einer sehr steilen und langgezogenen Straße lag, so dass im folgenden Abend „Punkt 14“ zu einem geflügelten Wort wurde.

Zweite Spielrunde: Gonzales speedete los, dafür war ich mit Igel in einem Team. Gonzales meldete sich vom gegenüberliegenden Hang, und während die beiden anderen Teams in die Stadt abstiegen, versuchten wir, ihm von Norden den Weg abzuschneiden. Zwischenzeitlich war ich mir sicher, dass wir in der falschen Richtung unterwegs waren, aber dann meldete sich Gonzales von Punkt 25… ein Punkt, von dem wir nur noch 100 m weit entfernt waren — 100 ebene und asphaltierte Meter. Aber er war uns entwischt — während wir auf den beiden abzweigenden Pfaden nach Fußspuren suchten, war er in Richtung Spielfeldrand gelaufen. Dennoch konnten wir ihn wenig später gemeinsam mit Derb und Action-Gerd in einem Wäldchen stellen. Dies war der erste Beweis, dass das Spiel funktioniert. Wenn die Teams zusammen arbeiten, dann kann man in einem dichten Wegenetz jemanden in die Enge treiben.

Nun hatten wir aber erst einmal Hunger, und so fielen sieben verwegene, partiell in Uniform gekleidete Gestalten in eines der mondänen Cafés am Monschauer Marktplatz ein, um sich zu stärken. Abschließend wollte Igel sich auch noch mal an der Herausforderung probieren. Er verschwand, während die sechs anderen sich noch die Schlagsahne aus den Mundwinkeln wischten, und meldete sich bald darauf vom Vorplatz vor der Burg… 50 Höhenmeter. Wir berieten uns kurz, und teilten uns auf, um die Hangflanke der Haag zu sichern, auf die Igel zustrebte. Wieder einmal führte uns der Weg zu Punkt 14. Weiter zu Punkt 22, wo wir Jan und Eric trafen. Eine kurze Beratung, Derb und Gerd wurden zum Biesweg umdirigiert, dann stürmten Gonzales und ich den Gipfel, während Jan und Eric in Richtung Oberer Kalk gingen. Sie hatten Glück und Igel lief ihnen genau in die Arme — er hatte sich auf der Suche nach einem Abstieg über eine Viehweide ein wenig verlaufen…

Drei Runden genügten uns, und so fuhren wir nassgeschwitzt nach Konzen, wo uns eine heiße Dusche und ein Kessel Gulasch erwartete.